SGM Wetterwanderung zum Sämtisersee in Appenzell Innerrhoden
Der SGM-Vorstand hat am Freitag, 3.Oktober 2025 zu der jährlichen Wetterwanderung eingeladen, dieses Mal in die Ostschweiz.

Der kleinste der 26 Schweizer Kantone – Appenzell Innerrhoden – weist zahlreiche lokale Wetterphänomene auf. Neben dem bekannten Rotorwind «Lasier» im Schwendetal teilt er sich die Regen-, Schnee und Sturmrekorde auf dem Hausberg Säntis mit den Kantonen Ausserrhoden und St. Gallen. Ziel der Wanderung war der Sämtisersee, ein ganzjährig einfach zugänglicher Kaltluftsee.
Bereits am Startpunkt Brülisau gab es erste spannende meteorologische Informationen: Der Standort hat mehr Föhnstunden im Jahr als das legendäre Altdorf im Kanton Uri, am 25. Dezember 2023 wurden maximal 185 km/h gemessen!
Nach ein paar hundert Metern wurde die manuelle Niederschlagsmessstation (NIME) passiert: Stephan Vogt von MeteoSchweiz gab Informationen zur Station und zum Messnetz. Interessanterweise fällt jetzt im langjährigen Mittel (1991-2020) mit 1692 mm weniger als in der alten Referenzperiode 1961-1990.
Beim «stotzigen» Aufstieg durch den Brüeltobel wurde der Stopp beim Hexenwäldli sehr geschätzt: Der auffallende Kleinwuchs der Fichten ist Indikator auf eine unterkühlte Blockschutthalde – bestätigt durch Messungen der Bodentemperatur.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant Plattenbödeli folgte der kurze Abstieg zum See. Bei angenehmen 10 Grad berichtete Stephan detailliert über den Standort, die Messtechnik und die Messwerte der Station, die seit Herbst 2016 in Betrieb ist. Am kältesten war es im Januar 2017 mit -33.4 Grad, bis zu -40 Grad sind theoretisch möglich. Allerdings ist dieser Kaltluftsee auf 1214 m Höhe sehr föhnanfällig und auf den 23. Juni 2017 gab es sogar knapp eine Tropennacht (nächtlicher Tiefstwert >20°)!
Der Rückweg erfolgte via Berggasthaus Ruhesitz und alle 10 Teilnehmer kamen gesund und trocken wieder in Brülisau an.





